Selbstbezichtigung

Selbstbezichtigung

Mittwoch, 31. März 2027
19:30 Uhr

von Peter Handke. Regie: Dušan David Pařízek. Mit Stefanie Reinsperger

Die Wiener Erfolgsproduktion SELBSTBEZICHTIGUNG ist kein Drama im klassischen Sinn, es gibt keine Handlung, die sich entwickelt. Vielmehr erleben wir einen Sprachstrom, der das Ich umkreist, festhält, wieder freigibt und erneut bindet. Ein Text, der anhebt wie eine Litanei und zugleich immer wieder in sich selbst zusammenfällt.
Die Ausnahmeschauspielerin Stefanie Reinsperger spielt den Text nicht – sie entfesselt ihn. Dialektwechsel, Tempi, ironische Brechungen, stimmliche Eskalationen. Ein Virtuosenfeuerwerk, das Handkes Text eher als Material nutzt denn als inneren Erkundungsraum. Peter Handkes 1966 uraufgeführte SELBSTBEZICHTIGUNG stellt in gewisser Weise ein komplementäres Gegenstück zur vorhergegangenen «Publikumsbeschimpfung» dar. Das Publikum wird nicht angegriffen, sondern zur höchsten Instanz aufgewertet, als wäre es ein Gericht oder ein Gott.
Gleichsam nach dem Motto «Wer lebt, stört» demonstriert der Text, welche Fehler einen jeden Lebensweg begleiten. Wo Handke versucht, schuldhaftes Verhalten nicht auf persönliche Schwächen zurückzuführen, geht Dušan David Pařízek den umgekehrten Weg: Er nimmt das Unpersönliche wieder persönlich.
○«Gegen welche Gesetze des Theaters habe ich mich vergangen?» Peter Handke
○«Stefanie Reinsperger hat sich Peter Handkes Sprechstück ‹Selbstbezichtigung› einverleibt. Ein Triumph im Akademietheater.» Die Presse Wien
Selbstbezichtigung | Burgtheater

MIT Stefanie Reinsperger
REGIE UND BÜHNENBILD Dušan David Pařízek
KOSTÜME Kamila Polívková
LICHT Herbert Markl
DRAMATURGIE Roland Koberg
EINE PRODUKTION DES Volkstheater Wien, als Übernahme vom Berliner Ensemble