Ausstellung «Lithium Baths and Electric Bulbs»

Ausstellung «Lithium Baths and Electric Bulbs»

Die Ausstellung verknüpft historische Lithiumheilbäder mit der industriellen Nutzung des Elements in Batterien und reflektiert damit die Überschneidung von Gesundheit, Energie und Ökonomie.
Vernissage am Samstag, 28.03.2026 um 17:00 Uhr im Inhalatorium, Limmatpromenade 26, 5400 Baden.
Programm auf www.bagnopopolare.ch

Eine spekulative Archäologie des Lithiumwassers. Die Ausstellung verknüpft historische Lithiumheilbäder mit der industriellen Nutzung des Elements in Batterien und reflektiert damit die Überschneidung von Gesundheit, Energie und Ökonomie – von der Elektrobehandlung zur Energiewende.

Als 1847 die erste Schweizer Eisenbahn Baden mit Zürich verband, veränderte sich das Leben im Kurort für immer. Die schnellen Züge brachten nicht nur das Spanische Brötli, das berühmte Gebäck aus Baden, zu den reichen Zürchern, sondern auch neue Kurgäs-te aus ganz Europa. Bald transportierten die Bahnen auch Maschinen und Generatoren für die BBC, ein Elektrounternehmen, das sich in Baden niedergelassen hatte. Ende des 19. Jahrhunderts war der Kurort zu einer Industriestadt geworden. Doch wie veränder-te die Industrialisierung das Leben im Kurort? Und wie hielt das Mineralwasser die Ar-beiter gesund und den menschlichen Körper leistungsfähig?

Die Ausstellung reflektiert die Beziehung zwischen Kurort und Industrie und geht dem Element Lithium nach, das in den badischen Quellen reichlich vorhanden ist. Seit dem 19. Jahrhundert als Heilmittel gegen Gicht, Depressionen und Erschöpfung bekannt, wurde Lithiumwasser Patienten verschrieben, die unter dem Druck der Industrialisie-rung litten. Heute wird Lithium nicht zum Aufladen des menschlichen Körpers, sondern für die Batterien von Elektroautos verwendet. Als entscheidendes Element der europäi-schen Energiewende kehrt Lithium mit dem Versprechen einer anderen Art von Hei-lung zurück.
Vom elektrischen Bad bis zur elektrischen Glühbirne reflektiert die Installation den Wandel der Schweizer Kurorte Baden und Scuol-Tarasp im späten 19. Jahrhundert – sowie der Kurorte im tschechischen Böhmen, im deutschen Schwarzwald und im franzö-sischen Elsass. Sie untersucht Themen wie die Mechanisierung des Körpers, Energie, die Gewinnung von Mineralien und das emanzipatorische Potenzial der Bäder in der lau-fenden Energiewende.

Hintergrund
Die Ausstellung basiert auf der künstlerischen Doktorarbeit von Anastasia Kubrak am Critical Media Lab der HGK Basel. Ihre Forschung untersucht die Rolle von Lithium so-wohl als kritischer Rohstoff für die Energiewende in der EU als auch als medizinische Substanz und dokumentiert europäische Orte, an denen verlassene Lithiumbäder der-zeit als potenzielle Standorte für die Lithiumgewinnung wiederentdeckt werden. Sie hat ortsspezifische Installationen entwickelt, die sich mit der Geschichte der Lithiumkuren in den tschechischen Kurorten Teplice und Bilinska Kyselka befassen. Zuvor war sie Ko-Kuratorin der Ausstellung Lithium (2020) im Het Nieuwe Instituut in Rotterdam und Mit-herausgeberin des Buches Lithium: States of Exhaustion (2021).

Datum

28. März 2026

29. März 2026 - 30. Mai 2026
Sa, So
13:00 - 17:00 Uhr

Bad zum Raben

Kulturbad in Baden: Thermalwasser, Kunst und Geschichte vereint.

Limmatpromenade 26
5400 Baden

Eintritt

Kollekte